Frauenfeindlich, blutrünstig, chauvinistisch, Schneewittchen!

Absolut geil. Als ich gestern einer Freundin ein Märchen (Schneewittchen)vorgelesen habe (Ja, sowas kommt vor, auch bei so’m Arsch wie mir), bin ich doch fast hinten übergefallen und war gleichermaßen begeistert wie schockiert. Falls die kranke Feministenfraktion darüber noch nicht hergefallen ist, sollten sie es schleunigst tun, denn da bin selbst ich machtlos gegen die Kernaussage(n) dieses Märchens. Hier der unverfälschte (!) Text von sagen.at:

Ist ’ne Nummer länger, aber das muss man sich einfach in voller Länge geben. Ich kommentier‘ mal zwischendurch, denn die Gedanken, die man zwischendurch hat, wenn man das liest, sollen euch zeigen, dass ihr nicht allein dasteht.

Also, ab geht’s:

SNEEWITTCHEN (SCHNEEWITTCHEN)
Es war einmal mitten im Winter, und die Schneeflocken fielen wie Federn vom Himmel herab. Da saß eine Königin an einem Fenster, das einen Rahmen von schwarzem Ebenholz hatte, und nähte. Und wie sie so nähte und nach dem Schnee aufblickte, stach sie sich mit der Nadel in den Finger, und es fielen drei Tropfen Blut in den Schnee. Und weil das Rote im weißen Schnee so schön aussah, dachte sie bei sich: Hätt‘ ich ein Kind, so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarz wie das Holz an dem Rahmen!

Die wünscht sich’n rotes Kind? Was’n das Problem?! Der Wunsch nach’m schwarzes Kind lässt ja auf so manche anatomische Vorliebe schließen… Aber „rot“!? Naja, egal.

Bald darauf bekam sie ein Töchterlein, das war so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarzhaarig wie Ebenholz und ward darum Schneewittchen (Schneeweißchen) genannt. Und wie das Kind geboren war, starb die Königin.

plöpp.

Über ein Jahr nahm sich der König eine andere Gemahlin.

…der Arsch. Aber Hauptsache sofort heiraten.

Es war eine schöne Frau, aber sie war stolz und übermütig und konnte nicht leiden, daß sie an Schönheit von jemand sollte übertroffen werden.

Jetzt geht’s schon los. Was hat’se zu bieten? Stolz, Übermut und Schönheit. Und wenn eine schöner ist, dann soll’se verrecken. Klasse, wie die weibliche Rivalität hier verdeutlich wird.

Sie hatte einen wunderbaren Spiegel wenn sie vor den trat und sich darin beschaute, sprach sie:
„Spieglein, Spieglein an der Wand,
Wer ist die Schönste im ganzen Land?“

so antwortete der Spiegel:
„Frau Königin, Ihr seid die Schönste im Land.“

Watt’n Schleimscheißer.

Da war sie zufrieden, denn sie wußte, daß der Spiegel die Wahrheit sagte. Schneewittchen aber wuchs heran und wurde immer schöner, und als es sieben Jahre alt war, war es so schön, wie der klare Tag und schöner als die Königin selbst. Als diese einmal ihren Spiegel fragte:
„Spieglein, Spieglein an der Wand,
Wer ist die Schönste im ganzen Land?“

so antwortete er:
„Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier,
Aber Schneewittchen ist tausendmal schöner als Ihr.“

Brutale Wahrheit. Arschlochspiegel. Tausendmal schöner. Wir wollen auch nicht übertreiben.

Da erschrak die Königin und ward gelb und grün vor Neid. Von Stund an, wenn sie Schneewittchen erblickte, kehrte sich ihr das Herz im Leibe herum – so haßte sie das Mädchen.

Für’s Protokoll: Wir reden hier von einem siebenjährigen Kind. Und die gute Dame hasst das Kind, weil es schöner ist als sie. Wie geil ist das bitte?! :)

Und der Neid und Hochmut wuchsen wie ein Unkraut in ihrem Herzen immer höher, daß sie Tag und Nacht keine Ruhe mehr hatte. Da rief sie einen Jäger und sprach: „Bring das Kind hinaus in den Wald, ich will’s nicht mehr vor meinen Augen sehen. Du sollst es töten und mir Lunge und Leber zum Wahrzeichen mitbringen.“

Lunge und Leber? Ich seh schon die Schlagzeile in der Bild nach der Obduktion. „Schneewittchen war’ne versoffene Kettenraucherin, wie die Biopsie von Lunge und Leber beweist…“

Der Jäger gehorchte und führte es hinaus, und als er den Hirschfänger gezogen hatte und Schneewittchens unschuldiges Herz durchbohren wollte,

(…)

fing es an zu weinen und sprach: „Ach, lieber Jäger, laß mir mein Leben! Ich will in den wilden Wald laufen und nimmermehr

Nimmermehr! Ein Wort, dass in der heutigen Sprache meiner Meinung nach viel zu selten Verwendung findet!

wieder heimkommen.“ Und weil es gar so schön war, hatte der Jäger Mitleiden und sprach: „So lauf hin, du armes Kind!“ Die wilden Tiere werden dich bald gefressen haben, dachte er, und doch war’s ihm, als wäre ein Stein von seinem Herzen gewälzt, weil er es nicht zu töten brauchte. Und als gerade ein junger Frischling dahergesprungen kam, stach er ihn ab, nahm Lunge und Leber heraus und brachte sie als Wahrzeichen der Königin mit.

Daher also der Begriff „Armet Schwein“.

Der Koch mußte sie in Salz kochen, und das boshafte Weib aß sie auf und meinte, sie hätte Schneewittchens Lunge und Leber gegessen.

Also. Das haben meine Eltern mir damals vorgelesen?! Mein Gott, was eine abartige kranke Scheiße. Die lässt sich das lecker zubereiten? Kinderleber und -lunge?!

Nun war das arme Kind in dem großen Wald mutterseelenallein, und ward ihm so angst, daß es alle Blätter an den Bäumen ansah und nicht wußte, wie es sich helfen sollte. Da fing es an zu laufen und lief über die spitzen Steine und durch die Dornen, und die wilden Tiere sprangen an ihm vorbei, aber sie taten ihm nichts. Es lief, so lange nur die Füße noch fortkonnten, bis es bald Abend werden wollte. Da sah es ein kleines Häuschen und ging hinein, sich zu ruhen. In dem Häuschen war alles klein, aber so zierlich und reinlich, daß es nicht zu sagen ist. Da stand ein weißgedecktes Tischlein mit sieben kleinen Tellern, jedes Tellerlein mit seinem Löffelein, ferner sieben Messerlein und Gäblelein und sieben Becherlein. An der Wand waren sieben Bettlein nebeneinander aufgestellt und schneeweiße Laken darüber gedeckt. Schneewittchen, weil es so hungrig und durstig war, aß von jedem Tellerlein ein wenig Gemüs‘ und Brot und trank aus jedem Becherlein einen Tropfen Wein; denn es wollte nicht einem alles wegnehmen.

Kommunistenschneewittchen.

Hernach,

Hernach!!! Noch so’n Wort!

weil es so müde war, legte es sich in ein Bettchen, aber keins paßte; das eine war zu lang,

Jetzt sind wir bei Problemen, die echt nur Frauen haben können. Wie kann ein Bett „zu lang“ sein?!

das andere zu kurz, bis endlich das siebente recht war; und darin blieb es liegen, befahl sich Gott und schlief ein.

„Befahl sich Gott.“ – Ich fall‘ um.

Schneewittchen und die sieben Zwerge© Maria Rehm

Schneewittchen und die sieben Zwerge
© Künstlerin Maria Rehm
© Viktoria Egg-Rehm, Anita Mair-Rehm,
für SAGEN.at freundlicherweise exklusiv zur Verfügung gestellt.

Das Bild mit den weißbärtigen Pinocchio-Stunt-Doubles lass‘ ich jetzt mal unkommentiert.

Als es ganz dunkel geworden war, kamen die Herren von dem Häuslein, das waren die sieben Zwerge, die in den Bergen nach Erz hackten und gruben.

Wir halten kurz fest. Es sind zwar Zwerge, aber: „Die Herren von dem Häuslein“. Besitzansprüche klargestellt. Harte Arbeiter.

Sie zündeten ihre sieben Lichtlein an, und wie es nun hell im Häuslein ward, sahen sie, daß jemand darin gesessen war, denn es stand nicht alles so in der Ordnung, wie sie es verlassen hatten.

Der weibliche Eindringling macht Unordnung!

Der erste sprach: „Wer hat auf meinem Stühlchen gesessen?‘ Der zweite: „Wer hat von meinem Tellerchen gegessen?“ Der dritte: „Wer hat von meinem Brötchen genommen?“ Der vierte: „Wer hat von meinem Gemüschen gegessen?“ Der fünfte: „Wer hat mit meinem Gäbelchen gestochen?“ Der sechste: „Wer hat mit meinem Messerchen geschnitten?“ Der siebente: „Wer hat aus meinem Becherlein Getrunken?“ Dann sah sich der erste um und sah, daß auf seinem Bett eine kleine Delle war, da sprach er: „Wer hat in mein Bettchen getreten?“ Die anderen kamen gelaufen und riefen: „In meinem hat auch jemand Gelegen!“ Der siebente aber, als er in sein Bett sah, erblickte Schneewittchen, das lag darin und schlief.

Die immer mit ihrem „das“. Es. Das Schneewittchen. Das zieht sich durch den ganzen Text, das Neutrum.

Nun rief er die andern, die kamen herbeigelaufen und schrien vor Verwunderung, holten ihre sieben Lichtlein und beleuchteten Schneewittchen. „Ei, du mein Gott! Ei, du mein Gott!“

Vermutlich der selbe, dem sich das Schneewittchen zuvor „befohlen“ hatte.

riefen sie, „was ist das Kind so schön!“ Und hatten so große Freude, daß sie es nicht aufweckten, sondern im Bettlein fortschlafen ließen. Der siebente Zwerg aber schlief bei seinen Gesellen, bei jedem eine Stunde, da war die Nacht herum. Als es Morgen war, erwachte Schneewittchen, und wie es die sieben Zwerge sah, erschrak es. Sie waren aber freundlich und fragten: „Wie heißt du?“ „Ich heiße Schneewittchen“, antwortete es.

Es!

„Wie bist du in unser Haus gekommen?“ sprachen weiter die Zwerge. Da erzählte es ihnen, daß seine Stiefmutter es hätte wollen umbringen lassen, der Jäger hätte ihm aber das Leben geschenkt, und da wär‘ es gelaufen den ganzen Tag, bis es endlich ihr Häuslein gefunden hätte.

Achtung, jetzt kommt’et!

Die Zwerge sprachen: „Willst du unsern Haushalt versehen, kochen, betten, waschen, nähen und stricken, und willst du alles ordentlich und reinlich halten, so kannst du bei uns bleiben, und es soll dir an nichts fehlen.“

Sauber, die Zwerge haben’s drauf. Domestiziert euch das siebenjährige Kind! Märchenbotschaft ist angekommen. Kochen, waschen, stricken, saubermachen. Dann darf’se hier wohnen. Is‘ datt geil oder watt? :)

„Jaa, sagte Schneewittchen, „von Herzen gern!“

Was auch sonst…

und blieb bei ihnen. Es hielt ihnen das Haus in Ordnung.

Es!

Morgens gingen sie in die Berge und suchten Erz und Gold, abends kamen sie wieder, und da mußte ihr Essen bereit sein.

Die Männer gehen arbeiten und datt gottverdammte Essen steht auf’m Tisch wenn wir nach hause kommen.

Den ganzen Tag über war das Mädchen allein; da warnten es die guten Zwerglein und sprachen: „Hüte dich vor deiner Stiefmutter, die wird bald wissen, daß du hier bist; laß ja niemand herein! Die Königin aber, nachdem sie Schneewittchens Lunge und Leber glaubte gegessen zu haben, dachte nicht anders, als sie wäre wieder die Erste und Allerschönste, trat vor ihren Spiegel und sprach:
„Spieglein, Spieglein. an der Wand,
Wer ist die Schönste im ganzen Land?“

Da antwortete der Spiegel:
„Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier,
Aber Schneewittchen über den Bergen
Bei den sieben Zwergen
Ist noch tausendmal schöner als Ihr.“

Wenn ich meinen Spiegel so oft treten würde, wär‘ der zu mir sicherlich genau so’n Arsch.

Da erschrak sie, denn sie wußte, daß der Spiegel keine Unwahrheit sprach, und merkte, daß der Jäger sie betrogen hatte und Schneewittchen noch am Leben war. Und da sann und sann sie aufs neue, wie sie es umbringen wollte; denn so lange sie nicht die Schönste war im ganzen Land, ließ ihr der Neid keine Ruhe. Und als sie sich endlich etwas ausgedacht hatte, färbte sie sich das Gesicht und kleidete sich wie eine alte Krämerin und war ganz unkenntlich. In dieser Gestalt ging sie über die sieben Berge zu den sieben Zwergen, klopfte an die Türe und rief: „Schöne Ware feil! feil!“

„feil! feil!“ – Jawohl. „Feil!“ – „Feil!“

Schneewittchen guckte zum Fenster hinaus und rief: „Guten Tag, liebe Frau! Was habt Ihr zu verkaufen?“

Schneewittchen ist schon ’ne hohle Frucht, oder? „Liebe Frau, was habt ihr zu verkaufen?“ – Machen wir da jetzt’n Fehlersuchtext draus, oder stempeln wir die einfach als dumm ab?

„Gute Ware“, antwortete sie, „Schnürriemen von allen Farben“,

Klingt für mich auch eindeutig nach guter Ware, wie sie alltäglich gebraucht wird. Wer in aller Welt verkauft Schnürriemen und ist dann auch noch Klinkenputzer?!

und holte einen hervor, der aus bunter Seide geflochten war. Die ehrliche Frau kann ich hereinlassen, dachte Schneewittchen, riegelte die Türe auf und kaufte sich den hübschen Schnürriemen.

Von welchem Geld denn?! Die ist doch mit sieben Jahren gar nicht geschäftsfähig. Und ein Verkäufer, der „gute Ware“ beim Haustürgeschäft anpreist, wirkt grundsätzlich erstmal „ehrlich“. Man, man, man …

„Kind“, sprach die Alte, „wie du aussiehst!

„Löcher in der Hose, und ständig dieser Lärm!Junge – Die Ärzte

Komm, ich will dich einmal ordentlich schnüren.“

„Schnüren.“ Is‘ klar…

Schneewittchen hatte kein Arg, stellte sich vor sie und ließ sich mit dem neuen Schnürriemen schnüren. Aber die Alte schnürte geschwind

Hauptsache, immer „die Alte“ :) Klingt so gar nicht abwertend.

und schnürte so fest, daß dem Schneewittchen der Atem verging und es für tot hinfiel.

„für tot“.

„Nun bist du die Schönste gewesen“, sprach sie und eilte hinaus. Nicht lange darauf, zur Abendzeit, kamen die sieben Zwerge nach Haus; aber wie erschraken sie, als sie ihr liebes Schneewittchen auf der Erde liegen sahen, und es regte und bewegte sich nicht, als wäre es tot.

Wie, ich denk „für tot“?

Sie hoben es in die Höhe, und weil sie sahen, daß es zu fest geschnürt war, schnitten sie den Schnürriemen entzwei;

„Entzwei!“

da fing es an ein wenig zu atmen und ward nach und nach wieder lebendig. Als die Zwerge hörten, was geschehen war, sprachen sie: „Die alte Krämerfrau war niemand als die gottlose Königin.

Heiden!!!

Hüte dich und laß keinen Menschen herein, wenn wir nicht bei dir sind!“ Das böse Weib aber, als es nach Haus gekommen war, ging vor den Spiegel und fragte:
„Spieglein, Spieglein an der Wand,
Wer ist die Schönste im ganzen Land?“

Da antwortete er wie sonst:
„Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier,
Aber Schneewittchen über den Bergen
Bei den sieben Zwergen
Ist noch tausendmal schöner als Ihr.“

Nervt langsam, oder?

Als sie das hörte, lief ihr alles Blut zum Herzen, so erschrak sie, ‚denn sie sah wohl, daß Schneewittchen wieder lebendig geworden war. „Nun aber“, sprach sie“, will ich etwas aussinnen, das dich- zugrunde richten soll“, und mit Hexenkünsten, die sie verstand, machte sie einen giftigen Kamm. Dann verkleidete sie sich und nahm die Gestalt eines anderen alten Weibes an. So ging sie hin über die sieben Berge zu den sieben Zwergen, klopfte an die Türe und rief: „Gute Ware feil! feil!“

Schneewittchen schaute heraus und sprach: „Geht nur weiter, ich darf niemand hereinlassen!“ „Das Ansehen wird dir doch erlaubt sein“, sprach die Alte, zog den giftigen Kamm heraus und hielt ihn in die Höhe.

Und dumm, wie unsere domestizierte Haushaltshure Schneewittchen ist, fällt sie auf den selben dummen Spruch direkt nochmal rein. Wenn schon eine mit „Feil! Feil!“ kommt…

Da gefiel er dem Kinde so gut, daß es sich betören ließ und die Türe öffnete. Als sie des Kaufs einig waren,

„des Kaufs einig waren“ – Sieben Jahre alt, zu blöd auf „Lass niemanden rein“ zu hören, nachdem sie beim ersten mal fast verreckt ist, aber Kaufverhandlungen führen. Moderne Jugend.

sprach die Alte: „Nun will ich dich einmal ordentlich kämmen.“

„Kämmen.“ – Is‘ klar…

Das arme Schneewittchen dachte an nichts,

Das wissen wir mittlerweile, dass das Denken nicht Schneewittchens größte Stärke ist.

ließ die Alte gewähren, aber kaum hatte sie den Kamm in die Haare gesteckt, als das Gift darin wirkte und das Mädchen ohne Besinnung niederfiel. „Du Ausbund von Schönheit“, sprach das boshafte Weib, „jetzt ist’s um dich geschehen“, und ging fort. Zum Glück aber war es bald Abend, wo die sieben Zwerglein nach Haus kamen. Als sie Schneewittchen wie tot auf der Erde liegen sahen, hatten sie gleich die Stiefmutter in Verdacht, suchten nach und fanden den giftigen Kamm. Und kaum hatten sie ihn herausgezogen, so kam Schneewittchen wieder zu sich und erzählte, was vorgegangen war.

Also, ganz ehrlich? Wenn die Zwerge sie jetzt einfach umgebracht hätten, um die Welt von ihren klotzhohlen Nachkommen zu verschonen – Ich hätt’s ihnen nicht verübeln können.

Da warnten sie es noch einmal, auf seiner Hut zu sein und niemand die Türe zu öffnen. Die Königin stellte sich daheim vor den Spiegel und sprach:
„Spieglein, Spieglein an der Wand,
Wer ist die Schönste im ganzen Land?“

Da antwortete er wie vorher:
„Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier,
Aber Schneewittchen über den Bergen
Bei den sieben Zwergen
Ist noch tausendmal schöner als Ihr.“

Jahaaaaaaa… Ich hätt’s euch erspart, aber ich hab‘ versprochen, den Text unverfälscht zu lassen.

Als sie den Spiegel so reden hörte, zitterte und bebte sie vor Zorn. ,Schneewittchen soll sterben“, rief sie, „und wenn es mein eigenes Leben kostet!“

Okay. Watt hat die siebenjährige nochmal angestellt? Achjo. Sie war’n geileres Gerät als die gute Königin, die trotz ihres „zweiter Sieger“ Trostpreises ohne Probleme als „alte Frau“ aka „die Alte“ durchgeht? Dafür hat sie ohne Frage den Tod verdient.

Darauf ging sie in eine ganz verborgene, einsame Kammer, wo niemand hinkam, und machte da einen giftigen, giftigen Apfel.

Aber sowatt von giftich.

Äußerlich sah er schön aus, weiß mit roten Backen, daß jeder, der ihn erblickte, Lust danach bekam, aber wer ein Stückchen davon aß, der mußte sterben. Als der Apfel fertig war, färbte sie sich das Gesicht und verkleidete sich in eine Bauersfrau, und so ging sie über die sieben Berge zu den sieben Zwergen. Sie klopfte an. Schneewittchen streckte den Kopf zum Fenster heraus und sprach: “ Ich darf keinen Menschen einlassen, die sieben Zwerge haben mir’s verboten!“

Braves domestiziertes Schneewittchen. Die Männer haben es dir verboten.

„Mir auch recht“, antwortete die Bäuerin, „meine Äpfel will ich schon loswerden. Da, e i n e n will ich dir schenken.“ „Nein“, sprach Schneewittchen, „ich darf nichts annehmen!“ „Fürchtest du dich vor Gift?“

„Nee, ich steh‘ voll auf Gift.“ – wtf?!

sprach die Alte, „siehst du, da schneide ich den Apfel in zwei Teile; den roten Backen iß, den weißen will ich essen “ Der Apfel war aber so künstlich gemacht, daß der rote Backen allein vergiftet war.

Ganz schön hochentwickelte Äpfel haben die da.

Schneewittchen lusterte den schönen Apfel an, und als es sah, daß die Bäuerin davon aß, so konnte es nicht länger widerstehen, streckte die Hand hinaus und nahm die giftige Hälfte. Kaum aber hatte es einen Bissen davon im Mund, so fiel es tot zur Erde nieder. Da betrachtete es die Königin mit grausigen Blicken und lachte überlaut und sprach: „Weiß wie Schnee, rot wie Blut, schwarz wie Ebenholz!

Das schwarz-weiß-rote Schneewittchen, möchte ich anmerken.

Diesmal können dich die Zwerge nicht wieder erwecken.“ Und als sie daheim den Spiegel befragte:
„Spieglein, Spieglein an der Wand,
Wer ist die Schönste im ganzen Land?“

so antwortete er endlich:
„Frau Königin, Ihr seid die Schönste im Land.“

Da hatte ihr neidisches Herz Ruhe, so gut ein neidisches Herz Ruhe haben kann.

Die Zwerglein, wie sie abends nach Haus kamen, fanden Schneewittchen auf der Erde liegen, und es ging kein Atem mehr aus seinem Mund, und es war tot.

Es war tot. Komm‘ ich nicht drüber weg.

Sie hoben es auf suchten, ob sie was Giftiges fänden, schnürten es auf, kämmten ihm die Haare, wuschen es mit Wasser und Wein,

…?!

aber es half alles nichts; das liebe Kind war tot und blieb tot.

Schön wär’s. Soviel Blödheit braucht doch Strafe.

Sie legten es auf eine Bahre und setzten sich alle siebene daran und beweinten es und weinten drei Tage lang. Da wollten sie es begraben, aber es sah noch so frisch aus wie ein lebender Mensch und hatte noch seine schönen, roten Backen.

Das wird mir hier langsam ein wenig zu nekrophil.

Sie sprachen: „Das können wir nicht in die schwarze Erde versenken“, und ließen einen durchsichtigen Sarg von Glas machen, daß man es von allen Seiten sehen konnte, legten es hinein und schrieben mit goldenen Buchstaben seinen Namen darauf und daß es eine Königstochter wäre.

Die Zwerge müssen ganz schön gut verdienen in Ihrem Erzloch.

Dann setzten sie den Sarg hinaus auf den Berg, und einer von ihnen blieb immer dabei und bewachte ihn. Und die Tiere kamen auch und beweinten Schneewittchen, erst eine Eule dann ein Rabe. zuletzt ein Täubchen. Nun lag Schneewittchen lange, lange Zeit in dem Sarg und verweste nicht, sondern sah aus, als wenn es schliefe, denn es war noch so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarzhaarig wie Ebenholz. Es geschah aber, daß ein Königssohn in den Wald geriet und zu dem Zwergenhaus kam, da zu übernachten. Er sah auf dem Berg den Sarg und das schöne Schneewittchen darin und las, was mit goldenen Buchstaben darauf geschrieben war. Da sprach er zu den Zwergen: „Laßt mir den Sarg, ich will euch geben, was ihr dafür haben wollt „

Nekrophiler Prinz direkt hinterher. „Nennt mir den Preis, ich kauf‘ euer totes Kind.“

Aber die Zwerge antworteten: „Wir geben ihn nicht für alles Gold in der Welt.“ Da sprach er: „So schenkt mir ihn, denn ich kann nicht leben, ohne Schneewittchen zu sehen, ich will es ehren und hochachten wie mein Liebstes.“

Ich will glaube ich gar nicht wissen, was der Prinz damit meint.

Wie er so sprach, empfanden die guten Zwerglein Mitleid mit ihm und gaben ihm den Sarg.

Mitleid mit den psychisch kranken…?!

Der Königssohn ließ ihn nun von seinen Dienern auf den Schultern forttragen. Da geschah es, daß sie über einen Strauch stolperten, und von dem Schüttern fuhr der giftige Apfelgrütz, den Schneewittchen abgebissen hatte, aus dem Hals. Und nicht lange, so öffnete es die Augen, hob den Deckel vom Sarg in die Höhe und richtete sich auf und war wieder lebendig.

In den Filmen, die meine Ex-Freundin geguckt hat, wurden die Untoten schnellstmöglich kaputtgeschlagen. Hier leider nicht.

„Ach Gott, wo bin ich?“ rief es.

Die immer mit ihrem „Gott“…

Der Königssohn sagte voll Freude: „Du bist bei mir“,

Sie kommen!
Sie kommen dich zu holen.
Sie werden dich nicht finden.
Niemand wird dich finden!
Du bist bei mir.“ Jeanny – Falco

und erzählte, was sich zugetragen hatte, und sprach: „Ich habe dich lieber als alles auf der Welt; komm mit mir in meines Vaters Schloß, du sollst meine Gemahlin werden.“

Der erwachsene Prinz will das Kind heiraten?! Sind die sicher, dass das kein Orient-Märchen ist?!

Da war ihm Schneewittchen gut und ging mit ihm, und ihre Hochzeit ward mit großer Pracht und Herrlichkeit angeordnet.

Angeordnete Hochzeit. Definitiv Orient.

Zu dem Feste wurde aber auch Schneewittchens gottlose Stiefmutter eingeladen. Wie sie sich nun mit schönen Kleidern angetan hatte, trat sie vor den Spiegel und sprach:

Watt tritt die jetzt schon wieder den armen Spiegel?!

„Spieglein, Spieglein an der Wand,
Wer ist die Schönste im ganzen Land?“

Der Spiegel antwortete:
„Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier,
Aber die junge Königin ist noch tausendmal schöner als ihr.“

Da stieß das böse Weib einen Fluch aus, und ward ihr so angst, so angst, daß sie sich nicht zu lassen wußte. Sie wollte zuerst gar nicht auf die Hochzeit kommen, doch ließ es ihr keine Ruhe, sie mußte fort und die junge Königin sehen. Und wie sie hineintrat, erkannte sie Schneewittchen, und vor Angst und Schrecken stand sie da und konnte sich nicht regen. Aber es waren schon eiserne Pantoffel über Kohlenfeuer gestellt und wurden mit Zangen hereingetragen und vor sie hingestellt. Da mußte sie in die rotglühenden Schuhe treten und so lange tanzen, bis sie tot zur Erde fiel.

Also wenn das kein pervers krankes Ende ist, dann weiß ich es nicht. Nun denn: Gelernte Lektionen:

  • Die Frau gehört schon als Kind hinter den Herd, hält die Bude sauber, kocht, strickt und wäscht usw.
  • Die Frau ist klotzhohl und hört eh nicht auf das, was man sagt, wenn man sie alleine lässt.
  • Frauen definieren sich über Schönheit, und wer schöner ist, muss sterben.
  • Wenn man eine böse Frau ist, muss man sich glühende Stahlschuhe anziehen und unter Schmerzen verrecken.
  • Egal, wie klein ein Mann ist, er hat immer noch das Sagen, uuuuuund:
  • Die Frau hat „Ja, von Herzen gern!“ zu antworten, wenn der Mann sie zu domestizieren anbietet
  • Gott ist toll. Gottlos ist böse, usw.
  • Wer sich scheiden lässt und sich ’ne neue nimmt, wird mit der Stiefmutter des bösen bestraft.

Absolut klasse. Früher war alles besser. Keine asozialen Blagen, kein Sido, kein Bushido, kein Versagen in der Pisa-Studie, gab’s alles nicht. Muss an der Erziehung gelegen haben :)

Ein Gedanke zu „Frauenfeindlich, blutrünstig, chauvinistisch, Schneewittchen!“

  1. Zieh dir mal Sterntaler rein… ganz bitter XD

    Grimms Märchen waren sowie zimmich starker Tobak… Grundsätze…Mindestens ein Elternteil is hinüber bevor die story überhapt richtig losgeht, der/die Held/in is immer ziel mördlüstiger Aktionen obwohl die einfach mal gar nichts gemacht haben, die Helden haben aber immer so viel schwein, das se 8 mal 6 richtige plus superzuahl in folge gewinnen könnten… irgendwer verliert ein Körperteil, irgendwer wird gefoltert, irgendwer hat psychisch nen richtigen hau weg, irgendwer unschuldiges muss was böses tun weil es befohlen wird, Frauen die nicht die leiblchen Mütter sind, haben grundsätzlich das Bedürnis die „vor“Kinder umzunieten. Stiefgeschwister sind immer die letzten Assis!

    Disney hat sich bei den Verfilungen auch nicht wirklich mühe gegeben, die extreme etwas abzuschwächen— echt wahnsinn, das wir nach all den Horrorgeschichten nicht völlig plem plem inna Rübe sind^^

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