Straßenverkehrslegasthenie

In Anlehnung an einen Artikel, den ich bereits verfasst habe, fiel mir heute nach drei Tagen unter anderem berufsbedingter Langstrecken-Autofahrerei wieder einmal auf, wie verkehrsunfähig die meisten Menschen sind. Ich habe für mich mal einen Grundsatz definiert, den sich die Deutschen alle mal zum Vorbild nehmen sollten:

Ein guter Autofahrer ist einer, bei dem es nicht auffällt, dass er überhaupt da ist.

Irgendwie scheinen die meisten Deutschen das aber nicht so ganz zu verstehen. Zur Erläuterung: Wer niemanden behindert, ausbremst oder auch nur irgendwem im Weg steht, ist ein guter Autofahrer. Das ist so und beschreibt glaube ich den §1 der StVO besser als jeder andere Satz. Effizienz und Souveränität sind gefragt. Und vor allem: Pragmatismus und Voraussicht. In der Kombination sind diese Eigenschaften allerdings beim durchschnittlichen deutschen Autofahrer allesamt nicht vorhanden.

Ich überhole gerne. Warum? Weil ich faul bin. Die meisten Unfälle sind Auffahrunfälle. Und die vermeide ich gekonnt dadurch, dass ich dafür sorge, dass ich niemanden vor mir habe, auf dessen Idiotie und schreckhaftes Verhalten ich Rücksicht nehmen muss. Die typische Rumpöbelei am Heck meines Fahrzeugs mit 45 PS Motorleistung empfinde ich mehr als eine peinliche Eigenheit der „Sport“-Corsa Fraktion. Motorleistung und ein kleiner Turbo tun mir echt gut. Ich muss dann nicht mangels Leistung irgendwelchen Quatsch machen. Ich kann einfach dran vorbeiziehen, und gut is‘.

Also dann, zu ein paar Verhaltensmaßregeln für den guten und effizienten Autofahrer:

Auf der Landstraße

  • Wenn euch wer überholt, lasst ihn überholen. Er wird euch nicht beeinträchtigen und euer Ego könnt ihr zuhause lassen. Ihr habt keinen Nachteil dadurch, dass der Mensch euch überholt.
  • Fahrstreifenbegrenzung in der Mitte, keine Schilder = 100. Nicht 70. 100! (und es geht euch einen Scheiß an wie schnell die anderen fahren wollen)

Auf der Autobahn

  • Lahmes und inkonsequentes Gegurke. Auf einem Beschleunigungstreifen tretet ihr verdammt nochmal das Gas bis zum Boden durch und seid mindestens auf der selben Geschwindigkeit wie die LKWs auf der rechten Spur. LKWs zum Ausweichen zu zwingen weil man selbst mit ca. 60 km/h und der altbekannten „scheißegal“-Haltung im Straßenverkehr rumeiert, ist echt das allerletzte und ihr seid dadurch eine Verkehrsgefährdung für die gesamte Autobahn
  • Links- und Mittelspurblockieren. Wenn rechts Platz ist, geht rüber. Auf leeren Autobahnen die mittlere Spur zu blockieren und jeden, der euch demonstrativ rechts überholt, mit einem Kopfschütteln dumm anzuschauen, ist so ziemlich das dümmste, was der deutsche Straßenverkehr zu bieten hat. Und das schlimmste: Ihr rafft es einfach nicht. Rechtsfahrgebot, ihr verblödetes dummes Pack.
  • Parallelfahren. Wenn ihr merkt, dass ihr annähernd  gleiche Geschwindigkeit mit der rechten Seite fahrt, tretet einmal kurz auf’s Gas und fahrt rechts rüber anstatt die ganze verdammte Zeit den Leuten hinter euch im Weg rum zu stehen. Dran vorbei, Platz machen. Ist das so verdammt schwer? Nebeneffekt hierzu ist zum Beispiel, dass ihr den Autofahrer neben euch zum Bremsen zwingt, sobald auf seiner Spur ein LKW oder ähnlich langsames kommt. Und alles nur, weil ihr zu blöd seid, Platz zu schaffen. Kein Nachteil für euch. Einfach nur maßlose Ignoranz und fehlende Weitsicht.
  • Im toten Winkel rumlungern. Der nächste, der sich für 2 km in meinem toten Winkel aufhält, und darauf hofft, dass ich ihm in die Karre fahre, wird von mir bei der nächsten Gelegenheit zur Vollbremsung gezwungen und kommentarlos verprügelt. Falls euch das also passieren sollte, wisst ihr wenigstens, warum, sobald ihr das hier lest.
  • Schissbremsen. Wenn ihr keine Geschwindigkeiten, Kurven, Abstände, etc. einschätzen könnt, gebt euren Führerschein ab. Ihr habt im Straßenverkehr nichts verloren. Wenn ihr Angst habt, seid ihr hier falsch. Ihr gefährdet alle anderen genauso sehr wie euch selbst. Es gibt nichts schlimmeres als inkonsequente ängstliche Autofahrer und ihr unvorhersehbares dummes Fahrverhalten. Ich meine das ernst: Gebt den Führerschein freiwillig ab. Es hat keinen Sinn, wenn ihr für alle nur ein bewegliches Hindernis seid.
  • Rumpöbeln. Insbesondere bei voller Autobahn gerne gesehen. Der Voll-Asi in seinem Astra, Corsa oder Golf mit ATU-„Tuningteilen“ und Foliatec Tankdeckel-Aufkleber, M3 Spiegeln und anderen Lächerlichkeiten, der anderen an der Stoßstange klebt. Alles an dem Auto wurde „getunt“, nur die Leistung blieb vom „Tuning“ unberührt. Generell mal zu den ganzen „getunten“ Autos. Seid ihr alle blind? Ich frag mich immer, ob eure Autos Karneval feiern, so beschissen wie eure Karren aussehen.

Im Stadtverkehr

  • links abbiegend im Weg rumstehen. Fahrt nach Möglichkeit so weit links rüber, dass die Leute hinter euch nicht durch euch behindert werden. Das ist an Kreuzungen fast immer möglich. Leider sind die meisten von euch zu dumm dazu, sich entsprechend einzusortieren.
  • rechts vor links im Weg rumstehen. Wenn ihr rechts vor links Vorfahrt habt, und die Straße ist so schmal, dass ihr beim Abbiegen ohnehin vor einem Hindernis stehen würdet, seid so pragmatisch und winkt den anderen durch. Ich sehe diese Dämlichkeit so häufig. Wenn das Fahrzeug, das Vorfahrt hat, euch ohnehin nur im Weg stehen würde, dann verzichtet halt auf eure Vorfahrt, so dass es einfacher für beide ist. Ich verstehe nicht, was daran so schwer ist.
  • Nur zwei Meter im Voraus denken. Wohl der häufigste Fehler im Straßenverkehr. Vor euch nur parkende Autos auf eurer Seite. Gegenverkehr in 200m. Rechts eine Lücke. Folgendes Schauspiel beobachte ich immer wieder: Beide treffen sich in der Mitte und merken, dass sie da nicht aneinander vorbeikommen und verbringen zwei Minuten damit, wild fuchtelnd auszudiskutieren, wer von beiden jetzt 100m zurücksetzen muss, damit es voran geht. Das ganze verkompliziert sich noch, wenn noch mehr Fahrzeuge hinzu kommen. Kollektive Massenverblödung. Frühzeitig schauen wo Platz ist, frühzeitig Leute vorbeilassen und Lücken nutzen, solange sie da sind. Bringt beiden nix, wenn man sich in der Mitte trifft um dann völlig verwundert das Offensichtliche festzustellen: Hier ist nur Platz für ein Auto.
  • Rückwärts ausparken. Könnt ihr euch auch mal alle spontan abgewöhnen. Ich schaue mir jedes verdammte mal auf’s neue an, wie dumm und ignorant ihr seid. Ihr haltet den gesamten Verkehr auf, wenn ihr euch rückwärts auf der Straße breit macht und dann zig mal hin und her kurbelt, bevor ihr von der Stelle kommt. Rückwärts einparken lernen. Ist viel einfacher. So parkt ihr rückwärts, solange ihr Ruhe, Zeit und Platz dafür habt und kommt dann schnell vom Parkplatz weg, wenn ihr wieder los fahrt. Und zwar egal wie die Verkehrssituation ist. Es ist immer einfacher, vorwärts in eine Verkehrssituation rein zu fahren. Rückwärts einparken ist sinnvoll, weil euch beim Parken nur die Lücke interessiert. Rückwärts ausparken ist völlig dämlich, weil euch beim Ausparken alles erwarten kann. Angefangen von einem neuen Hindernis bis zum frequenten Verkehr. Also macht’s euch leicht und parkt konsequent rückwärts ein.

Für den allgemeinen Fall

  • Spielt nicht Hilfs-Sheriff. Es geht euch einen Scheiß an, was die anderen machen, solange es euch nicht beeinträchtigt
  • Biegt zügig ab und gebt verdammt nochmal Gas. Wenn ihr keinerlei Querverkehr habt, macht was ihr wollt. Werdet Spritsparweltmeister 2010, ist mir völlig egal. Aber sobald ihr euch in den fließenden Verkehr einsortiert, seht zu, dass ihr den nicht beeinträchtigt.
  • Aufschließen. Egal, wo ihr seid, schließt auf und lasst nur an Einmündungen und Querstraßen Lücken auf. Anderen Leuten die Ampelphase zu verwehren, indem man zu viel Platz zum Vordermann lässt, hält den gesamten Verkehr auf.
  • Hört auf zu gaffen. Egal, ob es Baustellen, Unfälle oder sonstwas sind. Fahrt verdammt nochmal weiter. Es gibt keinen Grund dafür, dass sich hinter euch die Fahrzeuge aufreihen, weil irgendwo Blaulicht ist. Weiterfahren und fertig, es sei denn ihr habt erste Hilfe zu leisten und wollt anhalten. Da euch aber die anderen Autofahrer eigentlich total scheißegal sind und euch das sowieso nicht interessiert, macht es doch einfach konsequent und fahrt weiter, insbesondere wenn schon Hilfe da ist.
  • Lernt die Ausmaße eures Fahrzeugs. Wenn ihr zu den Frauen gehört, die ständig den Kopf im Nacken haben beim Autofahren und auf die Motorhaube zu starren scheinen, Führerschein verbrennen lassen und nie wieder Auto fahren. Jedes mal, wenn ich jemanden mit einem Meter Platz zu allen Seiten im Schritttempo durch „enge“ Straßen fahren sehe, bekomme ich einen Anfall. Ein Kumpel sitzt neben mir auf dem Beifahrersitz und schreit „Da komm ich mit der Bismarck vorbei!“ aus dem Fenster. Und das schlimmste ist: Er hat recht. Wenn ihr kein Gefühl dafür habt, wie lang und wie breit, oder schlimmer noch, wie schnell euer Fahrzeug ist, lernt es entweder schleunigst oder versteht, dass ihr ohne diese Fähigkeit nicht dazu geeignet seid, Straßenverkehrsteilnehmer zu sein. Ihr gefährdet dadurch alles und jeden.

Oft lese ich Artikel über „Raser“ und könnte mich kaputt lachen über den Quatsch, der da geschrieben wird. Dieses Beispiel hier sagt eigentlich mal wieder alles. Gesamter Inhalt des Artikels:

Düsseldorf –

Schlimmer Unfall auf der Autobahn 52: Weil ein Porsche-Fahrer raste, verlor die Fahrerin eines Ford Mondeo die Kontrolle – und einer ihrer Mitfahrer das Leben!

Das 44-jährige Opfer wurde aus dem Auto geschleudert, als der Ford verunglückte, weil die Fahrerin einem rasenden Porsche ausweichen musste. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Bei dem Crash wurden außerdem fünf Menschen in weiteren Autos verletzt. Der Porsche-Fahrer und seine Mitfahrer blieben unverletzt. Wegen des Verdachts der Gefährdung des Straßenverkehrs stellte die Polizei seinen Führerschein sicher.

Nehmen wir diesen Dünnschiss mal logisch auseinander. Der Porsche-Fahrer „raste“ also. Kam also offensichtlich von hinten. Und die Mondeo-Fahrerin (warum überrascht mich das nicht…?) verlor daraufhin die Kontrolle. Wer findet den Fehler? Wie hat man sich diesen Idioten-Unfall vorzustellen? Wahrscheinlich kam der Porsche mit hochverdienten 250 km/h von hinten an. Frau erschreckt sich, reißt das Steuer panisch hin und her und rammt die ganze Welt? Wie in aller Welt kommt ein Mensch zu Tode und fünf weitere werden verletzt, weil ein Porsche auf der Autobahn „rast“? Das erinnert mich an diesen Testfahrer von Mercedes, der in zweiter Instanz freigesprochen wurde für so ein idiotisches Medien-Spektakel. Bleifuß-Rolf, oder wie hieß er noch?

Wenn der Porsche-Fahrer „rast“, muss mir erst einmal jemand zeigen, wie man es schafft, auf der Autobahn deswegen die Kontrolle über das eigene Fahrzeug zu verlieren. Ich sehe den Porsche-Fahrer in keiner Verantwortung, weil ich mir beim besten Willen kein Szenario zusammenbasteln kann, indem der Fehler beim Porsche-Fahrer liegt. Wenn er schneller als sie war, was ja offensichtlich der Fall war, dann ist er im Sekundenbruchteil an ihr vorbei. Wenn sie sich daraufhin erschreckt und irgendwelche Zuckungen bekommt, ihr Problem. Hat sie am Steuer nix verloren. Selbst wenn er sich völlig bescheuert verhält und von rechts an ihr vorbeizieht und quer über die linke Spur rüberschießt, ich sehe verdammt nochmal kein Szenario, wie die „Raserei“ eines anderen Fahrzeugs dazu führen kann, dass ich die Kontrolle über mein Fahrzeug verliere.

Ergo: Sachverhalt geklärt.

Was lernen wir daraus? Nicht jeder sollte sich im Straßenverkehr bewegen. Und vor allem sollten ein paar Leute mal ihre Fähigkeit, ein Fahrzeug führen zu können, hinterfragen. Fast alle Punkte, die ich oben aufgeführt habe, sind rücksichtsloses und ignorantes Verhalten im deutschen Straßenverkehr.

Nehmt euch das wirklich mal zu Herzen und versucht doch einfach mal, so zu fahren, dass euch niemand bemerkt. Einfache Denkaufgabe für den Straßenverkehr:

Stellt euch vor, euer Fahrzeug wäre unsichtbar.

Niemand sieht euch. Ihr müsst aufpassen, dass euch deswegen niemand rammt. So seid ihr gute Autofahrer. Denn wenn ihr davon ausgeht, dass keiner auf euch Acht geben muss, verhaltet ihr euch so rücksichtsvoll und aufmerksam wie es nur irgendwie geht. Ihr zwingt definitiv niemanden zum Bremsen, ihr wollt einfach nur schnell voran kommen, ohne dabei andere zu behindern. Steht auch hier nochmal zusammengefasst drin: klick!

Beeinträchtigt einfach niemanden, und alles ist gut. Wär’s nicht toll, wenn die Deutschen so schlau wären, sowas simples zu verstehen?

Sind’se leider nicht. Belehrt mich eines besseren.

(04:12:43 PM) Steffie MH: wenn du nur bekloppte kennst nicht mein problem
(04:13:22 PM) Steffie MH: verpiss dich und lern erstmal schreiben
(04:13:23 PM) Steffie MH: bye
(04:14:16 PM) Steffie MH: du bist ne lachnummer
(04:14:21 PM) Andreas: MEIN GOTT

In Anlehnung an einen Artikel, den ich bereits verfasst habe, fiel mir heute nach drei Tagen unter anderem berufsbedingter Langstrecken-Autofahrerei wieder einmal auf, wie verkehrsunfähig die meisten Menschen sind. Ich habe für mich mal einen Grundsatz definiert, den sich die Deutschen alle mal zum Vorbild nehmen sollten:

Ein guter Autofahrer ist einer, bei dem es nicht auffällt, dass er überhaupt da ist.

Irgendwie scheinen die meisten Deutschen das aber nicht so ganz zu verstehen. Zur Erläuterung: Wer niemanden behindert, ausbremst oder auch nur irgendwem im Weg steht, ist ein guter Autofahrer. Das ist so und beschreibt glaube ich den §1 der StVO besser als jeder andere Satz. Effizienz und Souveränität sind gefragt. Und vor allem: Pragmatismus und Voraussicht. In der Kombination sind diese Eigenschaften allerdings beim durchschnittlichen deutschen Autofahrer allesamt nicht vorhanden.

Ich überhole gerne. Warum? Weil ich faul bin. Die meisten Unfälle sind Auffahrunfälle. Und die vermeide ich gekonnt dadurch, dass ich dafür sorge, dass ich niemanden vor mir habe, auf dessen Idiotie und schreckhaftes Verhalten ich Rücksicht nehmen muss. Die typische Rumpöbelei am Heck meines Fahrzeugs mit 45 PS Motorleistung empfinde ich mehr als eine peinliche Eigenheit der „Sport“-Corsa Fraktion. Motorleistung und ein kleiner Turbo tun mir echt gut. Ich muss dann nicht mangels Leistung irgendwelchen Quatsch machen. Ich kann einfach dran vorbeiziehen, und gut is‘.

Also dann, zu ein paar Verhaltensmaßregeln für den guten und effizienten Autofahrer:

Auf der Landstraße

  • Wenn euch wer überholt, lasst ihn überholen. Er wird euch nicht beeinträchtigen und euer Ego könnt ihr zuhause lassen. Ihr habt keinen Nachteil dadurch, dass der Mensch euch überholt.
  • Fahrstreifenbegrenzung in der Mitte, keine Schilder = 100. Nicht 70. 100! (und es geht euch einen Scheiß an wie schnell die anderen fahren wollen)

Auf der Autobahn

  • Lahmes und inkonsequentes Gegurke. Auf einem Beschleunigungstreifen tretet ihr verdammt nochmal das Gas bis zum Boden durch und seid mindestens auf der selben Geschwindigkeit wie die LKWs auf der rechten Spur. LKWs zum Ausweichen zu zwingen weil man selbst mit ca. 60 km/h und der altbekannten „scheißegal“-Haltung im Straßenverkehr rumeiert, ist echt das allerletzte und ihr seid dadurch eine Verkehrsgefährdung für die gesamte Autobahn
  • Links- und Mittelspurblockieren. Wenn rechts Platz ist, geht rüber. Auf leeren Autobahnen die mittlere Spur zu blockieren und jeden, der euch demonstrativ rechts überholt, mit einem Kopfschütteln dumm anzuschauen, ist so ziemlich das dümmste, was der deutsche Straßenverkehr zu bieten hat. Und das schlimmste: Ihr rafft es einfach nicht. Rechtsfahrgebot, ihr verblödetes dummes Pack.
  • Parallelfahren. Wenn ihr merkt, dass ihr annähernd  gleiche Geschwindigkeit mit der rechten Seite fahrt, tretet einmal kurz auf’s Gas und fahrt rechts rüber anstatt die ganze verdammte Zeit den Leuten hinter euch im Weg rum zu stehen. Dran vorbei, Platz machen. Ist das so verdammt schwer? Nebeneffekt hierzu ist zum Beispiel, dass ihr den Autofahrer neben euch zum Bremsen zwingt, sobald auf seiner Spur ein LKW oder ähnlich langsames kommt. Und alles nur, weil ihr zu blöd seid, Platz zu schaffen. Kein Nachteil für euch. Einfach nur maßlose Ignoranz und fehlende Weitsicht.
  • Im toten Winkel rumlungern. Der nächste, der sich für 2 km in meinem toten Winkel aufhält, und darauf hofft, dass ich ihm in die Karre fahre, wird von mir bei der nächsten Gelegenheit zur Vollbremsung gezwungen und kommentarlos verprügelt. Falls euch das also passieren sollte, wisst ihr wenigstens, warum, sobald ihr das hier lest.
  • Schissbremsen. Wenn ihr keine Geschwindigkeiten, Kurven, Abstände, etc. einschätzen könnt, gebt euren Führerschein ab. Ihr habt im Straßenverkehr nichts verloren. Wenn ihr Angst habt, seid ihr hier falsch. Ihr gefährdet alle anderen genauso sehr wie euch selbst. Es gibt nichts schlimmeres als inkonsequente ängstliche Autofahrer und ihr unvorhersehbares dummes Fahrverhalten. Ich meine das ernst: Gebt den Führerschein freiwillig ab. Es hat keinen Sinn, wenn ihr für alle nur ein bewegliches Hindernis seid.
  • Rumpöbeln. Insbesondere bei voller Autobahn gerne gesehen. Der Voll-Asi in seinem Astra, Corsa oder Golf mit ATU-„Tuningteilen“ und Foliatec Tankdeckel-Aufkleber, M3 Spiegeln und anderen Lächerlichkeiten, der anderen an der Stoßstange klebt. Alles an dem Auto wurde „getunt“, nur die Leistung blieb vom „Tuning“ unberührt. Generell mal zu den ganzen „getunten“ Autos. Seid ihr alle blind? Ich frag mich immer, ob eure Autos Karneval feiern, so beschissen wie eure Karren aussehen.

Im Stadtverkehr

  • links abbiegend im Weg rumstehen. Fahrt nach Möglichkeit so weit links rüber, dass die Leute hinter euch nicht durch euch behindert werden. Das ist an Kreuzungen fast immer möglich. Leider sind die meisten von euch zu dumm dazu, sich entsprechend einzusortieren.
  • rechts vor links im Weg rumstehen. Wenn ihr rechts vor links Vorfahrt habt, und die Straße ist so schmal, dass ihr beim Abbiegen ohnehin vor einem Hindernis stehen würdet, seid so pragmatisch und winkt den anderen durch. Ich sehe diese Dämlichkeit so häufig. Wenn das Fahrzeug, das Vorfahrt hat, euch ohnehin nur im Weg stehen würde, dann verzichtet halt auf eure Vorfahrt, so dass es einfacher für beide ist. Ich verstehe nicht, was daran so schwer ist.
  • Nur zwei Meter im Voraus denken. Wohl der häufigste Fehler im Straßenverkehr. Vor euch nur parkende Autos auf eurer Seite. Gegenverkehr in 200m. Rechts eine Lücke. Folgendes Schauspiel beobachte ich immer wieder: Beide treffen sich in der Mitte und merken, dass sie da nicht aneinander vorbeikommen und verbringen zwei Minuten damit, wild fuchtelnd auszudiskutieren, wer von beiden jetzt 100m zurücksetzen muss, damit es voran geht. Das ganze verkompliziert sich noch, wenn noch mehr Fahrzeuge hinzu kommen. Kollektive Massenverblödung. Frühzeitig schauen wo Platz ist, frühzeitig Leute vorbeilassen und Lücken nutzen, solange sie da sind. Bringt beiden nix, wenn man sich in der Mitte trifft um dann völlig verwundert das Offensichtliche festzustellen: Hier ist nur Platz für ein Auto.
  • Rückwärts ausparken. Könnt ihr euch auch mal alle spontan abgewöhnen. Ich schaue mir jedes verdammte mal auf’s neue an, wie dumm und ignorant ihr seid. Ihr haltet den gesamten Verkehr auf, wenn ihr euch rückwärts auf der Straße breit macht und dann zig mal hin und her kurbelt, bevor ihr von der Stelle kommt. Rückwärts einparken lernen. Ist viel einfacher. So parkt ihr rückwärts, solange ihr Ruhe, Zeit und Platz dafür habt und kommt dann schnell vom Parkplatz weg, wenn ihr wieder los fahrt. Und zwar egal wie die Verkehrssituation ist. Es ist immer einfacher, vorwärts in eine Verkehrssituation rein zu fahren. Rückwärts einparken ist sinnvoll, weil euch beim Parken nur die Lücke interessiert. Rückwärts ausparken ist völlig dämlich, weil euch beim Ausparken alles erwarten kann. Angefangen von einem neuen Hindernis bis zum frequenten Verkehr. Also macht’s euch leicht und parkt konsequent rückwärts ein.

Für den allgemeinen Fall

  • Spielt nicht Hilfs-Sheriff. Es geht euch einen Scheiß an, was die anderen machen, solange es euch nicht beeinträchtigt
  • Biegt zügig ab und gebt verdammt nochmal Gas. Wenn ihr keinerlei Querverkehr habt, macht was ihr wollt. Werdet Spritsparweltmeister 2010, ist mir völlig egal. Aber sobald ihr euch in den fließenden Verkehr einsortiert, seht zu, dass ihr den nicht beeinträchtigt.
  • Aufschließen. Egal, wo ihr seid, schließt auf und lasst nur an Einmündungen und Querstraßen Lücken auf. Anderen Leuten die Ampelphase zu verwehren, indem man zu viel Platz zum Vordermann lässt, hält den gesamten Verkehr auf.
  • Hört auf zu gaffen. Egal, ob es Baustellen, Unfälle oder sonstwas sind. Fahrt verdammt nochmal weiter. Es gibt keinen Grund dafür, dass sich hinter euch die Fahrzeuge aufreihen, weil irgendwo Blaulicht ist. Weiterfahren und fertig, es sei denn ihr habt erste Hilfe zu leisten und wollt anhalten. Da euch aber die anderen Autofahrer eigentlich total scheißegal sind und euch das sowieso nicht interessiert, macht es doch einfach konsequent und fahrt weiter, insbesondere wenn schon Hilfe da ist.
  • Lernt die Ausmaße eures Fahrzeugs. Wenn ihr zu den Frauen gehört, die ständig den Kopf im Nacken haben beim Autofahren und auf die Motorhaube zu starren scheinen, Führerschein verbrennen lassen und nie wieder Auto fahren. Jedes mal, wenn ich jemanden mit einem Meter Platz zu allen Seiten im Schritttempo durch „enge“ Straßen fahren sehe, bekomme ich einen Anfall. Ein Kumpel sitzt neben mir auf dem Beifahrersitz und schreit „Da komm ich mit der Bismarck vorbei!“ aus dem Fenster. Und das schlimmste ist: Er hat recht. Wenn ihr kein Gefühl dafür habt, wie lang und wie breit, oder schlimmer noch, wie schnell euer Fahrzeug ist, lernt es entweder schleunigst oder versteht, dass ihr ohne diese Fähigkeit nicht dazu geeignet seid, Straßenverkehrsteilnehmer zu sein. Ihr gefährdet dadurch alles und jeden.

Oft lese ich Artikel über „Raser“ und könnte mich kaputt lachen über den Quatsch, der da geschrieben wird. Dieses Beispiel hier sagt eigentlich mal wieder alles. Gesamter Inhalt des Artikels:

Düsseldorf –

Schlimmer Unfall auf der Autobahn 52: Weil ein Porsche-Fahrer raste, verlor die Fahrerin eines Ford Mondeo die Kontrolle – und einer ihrer Mitfahrer das Leben!

Das 44-jährige Opfer wurde aus dem Auto geschleudert, als der Ford verunglückte, weil die Fahrerin einem rasenden Porsche ausweichen musste. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Bei dem Crash wurden außerdem fünf Menschen in weiteren Autos verletzt. Der Porsche-Fahrer und seine Mitfahrer blieben unverletzt. Wegen des Verdachts der Gefährdung des Straßenverkehrs stellte die Polizei seinen Führerschein sicher.

Nehmen wir diesen Dünnschiss mal logisch auseinander. Der Porsche-Fahrer „raste“ also. Kam also offensichtlich von hinten. Und die Mondeo-Fahrerin (warum überrascht mich das nicht…?) verlor daraufhin die Kontrolle. Wer findet den Fehler? Wie hat man sich diesen Idioten-Unfall vorzustellen? Wahrscheinlich kam der Porsche mit hochverdienten 250 km/h von hinten an. Frau erschreckt sich, reißt das Steuer panisch hin und her und rammt die ganze Welt? Wie in aller Welt kommt ein Mensch zu Tode und fünf weitere werden verletzt, weil ein Porsche auf der Autobahn „rast“? Das erinnert mich an diesen Testfahrer von Mercedes, der in zweiter Instanz freigesprochen wurde für so ein idiotisches Medien-Spektakel. Bleifuß-Rolf, oder wie hieß er noch?

Wenn der Porsche-Fahrer „rast“, muss mir erst einmal jemand zeigen, wie man es schafft, auf der Autobahn deswegen die Kontrolle über das eigene Fahrzeug zu verlieren. Ich sehe den Porsche-Fahrer in keiner Verantwortung, weil ich mir beim besten Willen kein Szenario zusammenbasteln kann, indem der Fehler beim Porsche-Fahrer liegt. Wenn er schneller als sie war, was ja offensichtlich der Fall war, dann ist er im Sekundenbruchteil an ihr vorbei. Wenn sie sich daraufhin erschreckt und irgendwelche Zuckungen bekommt, ihr Problem. Hat sie am Steuer nix verloren. Selbst wenn er sich völlig bescheuert verhält und von rechts an ihr vorbeizieht und quer über die linke Spur rüberschießt, ich sehe verdammt nochmal kein Szenario, wie die „Raserei“ eines anderen Fahrzeugs dazu führen kann, dass ich die Kontrolle über mein Fahrzeug verliere.

Ergo: Sachverhalt geklärt.

Was lernen wir daraus? Nicht jeder sollte sich im Straßenverkehr bewegen. Und vor allem sollten ein paar Leute mal ihre Fähigkeit, ein Fahrzeug führen zu können, hinterfragen. Fast alle Punkte, die ich oben aufgeführt habe, sind rücksichtsloses und ignorantes Verhalten im deutschen Straßenverkehr.

Nehmt euch das wirklich mal zu Herzen und versucht doch einfach mal, so zu fahren, dass euch niemand bemerkt. Einfache Denkaufgabe für den Straßenverkehr:

Stellt euch vor, euer Fahrzeug wäre unsichtbar.

Niemand sieht euch. Ihr müsst aufpassen, dass euch deswegen niemand rammt. So seid ihr gute Autofahrer. Denn wenn ihr davon ausgeht, dass keiner auf euch Acht geben muss, verhaltet ihr euch so rücksichtsvoll und aufmerksam wie es nur irgendwie geht. Ihr zwingt definitiv niemanden zum Bremsen, ihr wollt einfach nur schnell voran kommen, ohne dabei andere zu behindern. Steht auch hier nochmal zusammengefasst drin: klick!

Beeinträchtigt einfach niemanden, und alles ist gut. Wär’s nicht toll, wenn die Deutschen so schlau wären, sowas simples zu verstehen?

Sind’se leider nicht. Belehrt mich eines besseren.

(04:12:43 PM) Steffie MH: wenn du nur bekloppte kennst nicht mein problem
(04:13:22 PM) Steffie MH: verpiss dich und lern erstmal schreiben
(04:13:23 PM) Steffie MH: bye
(04:14:16 PM) Steffie MH: du bist ne lachnummer
(04:14:21 PM) Andreas: MEIN GOTT

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