Dichter, Denker und Deppen

Vor ein paar Tagen ist mir der Arsch geplatzt. Irgendein Vollidiot von Geisteswissenschaftler hat sich mal wieder ein Thema ausgesucht, zu dem er dann keine Lösung gefunden, sondern fünf neue Probleme in seinen „Forschungen“ gefunden hat, wie es bei vielen Geisteswissenschaftlern üblich ist. Aber ich will hier gar nicht auf die Geisteswissenschaftler hetzen. Im Gegenteil. Den guten gebührt mein allerhöchster Respekt. Aber wenn mal wieder einer dem Schwachsinn verfällt und eine offensichtliche Sache mit einer wissenschafltichen „Studie“ zu untermauern versucht, die aufgrund des Mangels an Informationen und der Restriktion der Sichtweise zwangsweise kein sinnvolles Ergebnis liefern wird, kann ich echt nur noch kotzen. Ich zitiere chbeck.de:

„Machst du rote Ampel.“ „Danach ich ruf dich an.“ „Gibs auch ’ne Abkürzung.“ – Sätze wie diese sind nicht Horte von Sprachfehlern, sondern haben grammatische Eigenarten wie viele andere deutsche Dialekte auch. Anhand zahlreicher Beispiele zeigt die renommierte Sprachwissenschaftlerin Heike Wiese, dass Kiezdeutsch keine „Kanak Sprak“ ist, kein Anzeichen mangelnder Integration und auch keine Gefahr für das Deutsche, sondern ein neuer, in dynamischer Entwicklung befindlicher Dialekt.

Entwicklungen wie in Kiezdeutsch finden sich deswegen nicht nur dort, sondern auch in anderen Bereichen unserer Umgangssprache. Heike Wiese hört genau hin und analysiert, vor allem den Sprachgebrauch von Berliner Jugendlichen. Ihre Forschungen zeigen, mit welcher grammatischen Logik und sprachlichen Kreativität in Kreuzberg und anderen Kiezen Deutsch gesprochen wird – allen sozialpolitischen Vor- und Fehlurteilen zum Trotz.

„Allen […] Fehlurteilen zum Trotz.“ – Exakt. Und deshalb kommt unsere hochintelligente Bildungselite auch aus Berlin, nicht wahr? Deshalb ist Berlin so ein hochgestochenes Pflaster, wo es nur so von Intellektuellen und Freidenkern wimmelt. Wem die Ironie bis hierhin noch nicht klar geworden ist, dem sei sie hier ausdrücklich empfohlen.

Wenn ich so eine Scheiße lese/höre, könnte ich ausrasten. Verblödetes Pack, das die deutsche Sprache vergewaltigt, hat nun eine Daseinsberechtigung. Warum? Weil irgendein Idiot von Linguist meint, dass „Sprache am Leben ist“. Das mag so sein. Aber dann muss man aufhören, sie zu töten. Mein Hund war in den letzten 6 Wochen seines Lebens auch noch „am Leben“. Die Frage ist, was man als „Leben“ bezeichnet. Das, was die Spackenkinder aus Berlin aus der deutschen Sprache machen, verdient keine Toleranz. Und Ende. Die Leute, die so ein verblödetes Volk aus Bewerbungsgesprächen aussortieren und sie aus der modernen Gesellschaft fernhalten, sollen das auch weiterhin tun.

Internet-Deutsch reicht mir ja schon. Kaum geht das Chat-Fenster auf, schaltet sich bei vielen Leuten bereits das Hirn aus.

  • Interpunktion: Nicht vorhanden.
  • Satzbau: Nach Bedarf.
  • Rechtschreibung: Grob so wie „gehört“, aber nie so wirklich korrekt
  • Themenniveau: nicht vorhanden. Für’s Datingportal reicht’s aus.

Wenn man den Chatpartner dann bittet, halbwegs vernünftiges Deutschzu schreiben, sieht die Antwort meist ungefähr so aus: „I bi hir net inna schule“. Kein einziges Wort richtig geschrieben. Und genau diesen Scheiß sollte keiner unterstützen, schon gar kein Sprachwissenschaftler, der sowas dann „untersucht“ und eine Wertung dazu abgibt. Wenn die deutschen (!) Kinder dazu schon nicht mehr in der Lage sind, wie sollen’s dann die ausländischen in eine vernünftige Integration schaffen? Und jetzt soll mir bloß niemand kommen mit völlig blödsinnigen Behauptungen, wie dass diese Leute dann im Abitur und Studium korrektes Hochdeutsch schreiben. Ich bin lange genug im Internet unterwegs gewesen, um das beurteilen zu können. Diese Schwachköpfe schreiben also dann absichtlich alles falsch, wenn sie mit mir chatten, sind nicht dazu in der Lage, sich effizient (Effizienz war doch ein „Pro“ des Gossendeutschs, oder?) auszudrücken. Jeden Satz muss man mangels Interpunktion und jeglicher Struktur mehrfach lesen, weil man es einfach nicht versteht, was der/die Minderbemittelte da auszudrücken versucht.

Dank Zweisprachigkeit weiß ich auch hier sehr genau, wovon ich rede. Im Deutschen fällt es mir sehr viel leichter, komplexe Sätze zu bilden, während das Englische für mich einfacher ist, wenn ich etwas pragmatisch auf den Punkt bringen möchte. Diesen Sprach- und Werteverfall sollte man verurteilen und ächten, wo es nur geht, und ihm nicht die geringste Toleranz einräumen. Diese ganze verweichlichte Scheiße in Deutschland geht mir auf die Eier. Wir müssen nicht alles Fremde nun toll finden, lediglich weil irgendwelche Schwachköpfe der Meinung sind, dass wir nicht mehr das Recht haben, auf unser Recht und unsere Kultur zu bestehen. Ich bin für den Erhalt der deutschen Sprache, der deutschen Grammatik, Orthographie und Interpunktion. Und ich hab’s leid, dass Leute einfach nur mangelnde Bildung schön zu reden versuchen mit einer Begründung, wie dass dies ein neuer Dialekt sei. Diese Leute sind nicht dazu in der Lage, einen korrekten Deutschen Satz hin zu bekommen. Toleriert eine solche Sprach-Ignoranz, und es folgt eine Generation von (noch mehr) überforderten Lehrern, die es dann einfach nicht mehr besser wissen.

Irgendwann stellen die Schüler den Lehrern die Frage „mein, meinen, meinem, was ist denn nun richtig?“ und der Lehrer sagt „Im Zweifelsfall einfach nur ‚mein’… – Beispiel: ‚Ich gehe zu mein Freund.‘ – Ganz simpel, deses Deutsch.“

Durch Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ ist die deutsche Sprache im komplexen Satzbau wesentlich kompakter als andere Sprachen. Schafft das ab und wir waren dann mal die Nation der Dichter und Denker. Dann sind wir die Nation der Volldeppen, die ihre Sprache den Vollidioten zum Opfer fallen ließ.

Ich bin für den Erhalt der deutschen Sprache, und nieder mit den eierlosen Schlappschwänzen, die’s einfach nicht mehr schaffen, etwas zu verurteilen und dann mit dem Echo umzugehen, das man deswegen zurück bekommt. Verdammte erzwungene Toleranz. Ich bin’s leid. Gerade das deutsche Volk hat nichts mehr großartig zu tolerieren. Wir machen schon jeden Scheiß mit. Zumindest die Sprache sollen sie uns lassen.

Ein Gedanke zu „Dichter, Denker und Deppen“

  1. Hallo, ich lese deine Beiträge sehr gern, kann deinen Gedankengägen folgen und sie oft auch nachvollziehen. Bei diesem Beitrag gebe ich dir Inhaltlich recht, zumindest was die Sprachwissenschaftlerin angeht. Es stört mich ausnahmsweise das du gegen Berlin stichels (in Ordnung, ich komme zwar aus Berlin, sehe den Niedergang etc. auch…) und das du der Meinung zu sein scheinst alle die der Rechtschreibung nicht ganz mächtig sind wären blöd. Da ich viele Menschen kennen gelernt habe die damit ihre Schwierigkeiten haben, so wie ich auch, aber trotzdem nicht so dumm wie genannte Sprachwissenschaftlerin sind muß ich dir in diesem Punkt entgegentreten. Aber bei Wissenschaftlern bin ich sowieso sehr skeptisch. Im Mittelalter war ein gängiger Lehrsatz: Fliegen haben vier Beine, bis vor kurzem galt: Tiere Träumen nicht (wer einmal einen Hund hatte weis das zumindest Hunde sehr aktiv Träumen). Diese „tatsachen“ werden dann von weiteren Wissenschaftlern widerlegt, die sich dann ein neues Dogma schaffen. jetzt eben nicht mehr Kanaksprk sondern „ein anderer Satzbau. Dummerweise bleibt es nicht bei dem anderen Satzbau, es entwickelt sich eine Slangsprache. Das ist nicht zu unterstützen. Um diesen Quatsch aufzuhalten benötigt man jedoch kleine schulklassen (nicht mehr als 10 Schüler) gleichzeitig auch bessere lehrer (die auch wirklich Pädagogen sind , also Pädagogik nicht nur ein semester mit 20 Wochenstunden mitgemacht haben und eine bessere Förderung für die Leistungsschwachen und die Leistungsstarken. (Nein, nicht Eliteschulen!!!)

    Viele Grüße
    Lutz

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